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Schonende Behandlungsmethoden bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium

Radikale Entfernung der Prostata mittels NanoKnife: Radikale Prostatektomie ohne radikale Nebenwirkungen

Das NanoKnife-Verfahren kann nicht nur für die fokale Therapie einzelner Tumoren in der Prostata eingesetzt werden, sondern auch für die radikale Entfernung der Prostata bei großen Tumoren und einem hohen Gleason Score. Im Unterschied zu einer klassischen radikalen Prostatektomie bleiben die Nebenwirkungen, die sonst in der Regel auftreten, aus.

Am Vitus Prostata Center haben wir die weltweit größte Erfahrung mit der vollständigen Ablation der Prostata mittels NanoKnife. Selbst bei Patienten mit großvolumigen Tumoren ist es uns bislang immer gelungen, Inkontinenz zu vermeiden.*

Eine Prostatektomie mittels NanoKnife ist eine wichtige, schonende Alternative zur kompletten Ablation durch eine Operation (DaVinci) oder Strahlentherapie. Die Behandlung ist nach 24 Stunden abgeschlossen, verursacht keinen Wundschmerz und keine Narben. Außerdem ist keine Nachsorge oder Rehabilitation nötig.

Positive Auswirkung auf das Immunsystem

Ein gestärktes Immunsystem nach einer IRE-Prostatektomie könnte die Lebenserwartung möglicherweise verlängern. Kürzlich erschienene Studien belegen, dass der Körper nach einer IRE-Behandlung eine stärkere Immunreaktion auf Prostatakrebszellen zeigt. Damit entfernt IRE nicht nur krebsartiges Gewebe aus der Prostata, das körpereigene Immunsystem zerstört auch freie Krebszellen, die sich im behandelten Bereich oder in der Nähe davon, in nahegelegenen Lymphknoten oder weiter entfernten Bereichen des Körpers befinden. In Anbetracht dieser “Nebenwirkung” können wir annehmen, dass nach einer IRE-Behandlung der Prostata weniger lokale Rezidive und Metastasen auftreten. Im Vergleich: Eine klassische radikale Prostatektomie hat eine lokale Rezidivrate von 30 Prozent.

Ein Beispiel: 65-jähriger Mann mit Prostatakrebs Stadium T4b N3. Im linken Bild ist ein vergrößerter Lymphknoten deutlich sichtbar, der alle Anzeichen von Malignität aufweist. Bereits neun Tage nach der IRE-Behandlung der gesamten Prostata, die als palliativ klassifiziert wurde, zeigten sich im Lymphknoten keine Anzeichen von Malignität mehr (mittleres Bild). Dieser Lymphknoten und alle weiteren Lymphknoten, die hier nicht abgebildet sind, wurden signifikant kleiner. Bis heute gibt es keine Anzeichen für ein Rezidiv oder Knochenmetastasen (rechtes Bild). Eine palliative Hormontherapie war bislang nicht nötig.

Kontaktieren Sie uns

* Bei der sogenannten Harninkontinenz handelt es sich um die mangelnde oder fehlende Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und selbstbestimmt zu entleeren. Dies führt zu unwillkürlichem Urinverlust. Während es mehrere mögliche Definitionen für Inkontinenz gibt, kommt eine Langzeitstudie zu Inkontinenz nach Prostatektomie** zu dem Schluss, dass eine sinnvolle Definition von Inkontinenz ist, wenn ein Patient 12 Monate nach einer Prostataoperation 2 oder mehr Einlagen pro Tag benötigt.

** Sacco E, Prayer-Galetti T, Pinto F, et al. Urinary incontinence after radical prostatectomy: incidence by definition, risk factors, and temporal trend in a large series with a long-term follow-up. BJU Int. 2006;97:1234–41.

Syan, Raveen, and Victor W. Nitti. "Post-prostatectomy Incontinence Initial Evaluation." Urinary Dysfunction in Prostate Cancer. Springer, Cham, 2016. 15-30.