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Immuntherapie und IRE – Synergien in der Behandlung von Prostatakrebs

Es gibt eine neue Hoffnung für Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs: Immuntherapie in Kombination mit der NanoKnife-Behandlung.

Prostatakrebs, der Metastasen (Ablagerungen von Tumorknötchen, die jeweils aus Millionen von Zellen bestehen) im ganzen Körper gebildet hat, gilt als nicht mehr heilbar. Obwohl die Überlebenszeit der betroffenen Patienten durch Hormontherapie (Anti-Androgen-Therapie, chemische Kastration) verlängert werden kann, passen sich die Krebszellen früher und später daran an. Die Krankheit gerät damit in einen Zustand, der als kastrationresistentes Prostatakarzinom (CRPC – vom Englischen Castration-Resistant Prostate Cancer) bezeichnet wird.

Eine neue Krebstherapie, die selbst bei CRPC noch wirksam ist, basiert auf der Kombination zweier neuer Behandlungsverfahren: eine immunstimulierende Ablation des Primärtumors (IRE, IR-ECT oder Kryotherapie) kombiniert mit einer neuen Art von Medikamenten, die das Immunsystem anregen (Immunmodulation), den sogenannten monoklonalen Antikörpern.

CRPC (Kastrationsresistentes Prostatakarzinom): bis jetzt das Ende der Fahnenstange

Gemäß den Leitlinien für die Behandlung von Prostatakrebs wird eine Blockade des männlichen Sexualhormons Testosteron (auch Antihormontherapie oder chemische Kastration genannt) spätestens dann durchgeführt, wenn Metastasen entdeckt werden. Da Testosteron das Wachstum von Prostatakrebszellen anregt, wird es so für den Moment aufgehalten.

Leider passen sich die Krebszellen früher oder später an alle verfügbaren Hormonblocker an und der Krebs wächst weiter, mit oder ohne Testosteron. Die Rede ist dann von einem hormonunempfindlichen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinom. Jede weitere Therapie ist dann palliativ, sprich sie dient dazu, die Beschwerden zu lindern und die Lebenserwartung zu verlängern. Eine Heilung ist dann nicht länger das Ziel.

Prostatakrebs und Immuntherapien: körpereigene Verteidigungsmaßnahmen als wirksame Therapie

Bis vor kurzem wurden Krebserkrankungen und das Immunsystem von der Mehrheit der Mediziner als zwei völlig voneinander unabhängige Gegebenheiten im menschlichen Körper angesehen, zwischen denen keine Verbindung besteht. Krebszellen wurden oftmals als für das Immunsystem unsichtbar und nicht angreifbar beschrieben. Aus diesem Grund wurde dem Immunsystem bei der Prognose und Therapie von Krebserkrankungen wenig Beachtung geschenkt.

Ribbon chart (Band-Diagramm) eines monoklonalen Antikörpers PD-1, pembrolizumab)

Durch Fortschritte in der Zell- und Mikrobiologie sowie in der Genetik zeigen sich immer mehr die Zusammenhänge zwischen dem körpereigenen Immunsystem und Krebszellen. Aus diesen Grundlagen wurden die ersten Immuntherapien entwickelt.

Das wachsende Verständnis für die Bedeutung von Immuneffekten für die Krebsbehandlung hat auch dazu geführt, dass sekundäre Immuneffekte entdeckt wurden, die auch von Fokaltherapien wie IRE (Irreversible Elektroporation) und Kryotherapie, in geringerem Maße auch von anderen, hervorgerufen werden.

Diese Methoden töten nicht nur lokal Krebszellen ab, sondern aktivieren auch das Immunsystem, sodass es nach einer IRE-Behandlung Krebszellen verstärkt attackiert und zerstört. Die Wirkung könnte man mit der einer Impfung gegen Krebs vergleichen.

Basierend auf den Ergebnissen der Krebsforschung wurden mittlerweise die ersten immuntherapeutischen Medikamente für die Krebsbehandlung zugelassen. Es handelt sich dabei um sogenannte monoklonale Antikörper, auch bekannt als Checkpoint-Inhibitoren (PD-1, PD-L1, CTLA-4, usw.). Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die Kombination von Immuntherapie mit fokalen Ablationsverfahren wie IRE die Wirkung signifikant potenziert und neue Wege für die Behandlung von kastrationsresistenten Prostatakarzinomen (CRPC) eröffnet.

Lymphozyten des Immunsystems attackieren eine Krebszelle.

Fokale Gewebeablation und Immuntherapie synergetisch nutzen: eine neue Ära in der Prostatakrebstherapie

Wissenschaftler an der berühmten Johns Hopkins Universität in Baltimore, USA haben festgestellt, dass die fokale Behandlung von Prostatakrebs in Kombination mit den sogenannten PD-1 Checkpoint Inhibitoren eine sehr viel effektivere Therapie für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs darstellt als jene, die bislang verfügbar waren.

Nach ersten Studien im Tiermodell werden nun Patienten im Rahmen von klinischen Studien mit einer Kombination von Kryoablation und Immuntherapie behandelt. Ähnliche Studien finden auch für Brustkrebs statt.

Sogar noch besser als Kryoablation ist die Fokaltherapie IRE, denn sie löst eine stärkere sekundäre Immunreaktion aus. In den USA kann IRE jedoch aus regulatorischen Gründen noch nicht uneingeschränkt für die Behandlung eingesetzt werden.

Experten in der Kombination von NanoKnife und Immuntherapie

Wir bei Vitus beobachten die sekundären Immuneffekte von IRE seit Jahren. Die Forschungsergebnisse aus den USA haben die Zweckmäßigkeit unseres therapeutischen Ansatzes bestätigt. Unser Team von Urologen, Onkologen und interventionellen Radiologen ist weltweit führend in der Behandlung von Prostatakrebs mit NanoKnife. Dank unserer onkologischen Experten verfügen wir über eine einzigartige Expertise in der Kombination von Immuntherapie mit IRE.

Alle Therapien, besonders kombinierte Immuntherapien, werden für jeden Patienten individuell geplant und durchgeführt. Während andere Institutionen von “individualisierter Medizin” bestenfalls sprechen, folgen wir bei Vitus diesem Prinzip bereits seit Jahren. So bestimmen wir für jeden Patienten die optimale Therapie und führen sie aus.

Dies steht oftmals im Widerspruch zu den urologischen Behandlungsleitlinien (z.B. der S3-Leitlinie für die Behandlung von Prostatakrebs der Deutschen Gesellschaft für Urologie). Die Leitlinien basieren auf klinischen Studien mit großen Patientengruppen, bei denen individuelle Unterschiede (z.B. genetische Unterschiede, unterschiedliche Lebenserwartung, persönliche Präferenzen, usw.) nicht beachtet werden.

Außerdem spiegeln Behandlungsleitlinien meistens nicht die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse wider und werden durch Kostenüberlegungen eingeschränkt, denn sie regulieren auch die Kostenerstattung im öffentlichen Gesundheitswesen. In den USA haben viele der führenden Institutionen und Behörden im Gesundheitswesen, wie die FDA (Food and Drug Administration) und das NIH (National Institute of Health), bereits begonnen, zwischen “individualized precision medicine”(individualisierter Präzisionsmedizin) und “socialized imprecision medicine“, der ungenauen Medizin des staatlichen Gesundheitswesens, zu unterscheiden.

Viele Patienten können und wollen nicht darauf warten, dass neue Therapien in den Behandlungskatalog aufgenommen werden. Darum beziehen wir die neuen Verfahren im Einzelfall bei der Therapie mit ein, wenn dies möglich ist und die Patienten es wünschen.

Radiologen, Urologen, Hämatoonkologen, Biologen, Physiker und die weltweit meiste Erfahrung – hier ist der richtige Ort für die neuesten Prostatakrebstherapien

Sollten Sie selbst oder ein Familienmitglied an metastasierendem und/oder hormonrefraktärem Prostatakrebs erkrankt sein, empfehlen wir, dass Sie sich bei uns eine zweite Meinung einholen. Zusätzlich zu unserer umfassenden und qualitativ hochwertigen Diagnostik beraten wir sie auch ausführlich zu allen neuen Entwicklungen in der Immuntherapie bei Prostatakrebs.

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Welche Immuntherapien gibt es in der Krebsbehandlung?

Immuntherapie bei Krebs ist ein weitreichender Begriff, der viele fundamental unterschiedliche Ansätze einschließt. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist ihr Einfluss auf den Krebs durch eine Modulation des Immunsystems.

Zelluläre Immuntherapien bei Prostatakrebs

Therapie mit dentritischen Zellen:

Bei der dentritischen Zelltherapie werden Antigen-präsentierende Zellen injiziert, was eine immunologische Tumorreaktion hervorruft. Das aktiviert die Lymphozyten, die darauf programmiert sind, andere Zellen mit dem gleichen oder einem ähnlichen Antigen im gesamten Körper anzugreifen.

Es gibt verschiedene Methoden, um die dentritischen Zellen zu aktivieren und die entsprechenden Antigene anzupassen. Eine Studie darüber, welches die beste Variante ist, liegt bislang noch nicht vor (Stand 2017).

Killerzellen-Therapie:

NK-Zellen, LAK-Zellen und T-Killerzellen können aus dem Körper entnommen, ex-vitro (im Labor) speziell auf einen Tumorzellentyp abgestimmt und wieder injiziert werden. Dort greifen sie dann die Tumorzellen gezielt an und zerstören sie.

Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern bei Prostatakrebs

Monoklonale Antikörper binden sich an verschiedene „Checkpoints“, für die sie gezielt entwickelt wurden. Mögliche Checkpoints, die bei Prostatakrebs relevant sind, sind PD-1 (Pembrolizumab, Nivolumab), PD-L1 (Atezolizumab) und CTLA4 (Ipilimumab). Die Kombination mit einer Reduzierung der Tumormasse, z.B. durch NanoKnife, verstärkt wahrscheinlich die Wirkung.

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Zytokine Immuntherapie bei Prostatakrebs

Interferon:

Interferone (Typ I, II, III) werden normalerweise vom Körper produziert, um eine Reaktion des Immunsystems hervorzurufen. Sie spielen auch eine Rolle in der Krebsimmunologie. Injektionen des Wirkstoffs (lokal, systemisch und möglicherweise unter lokaler, reversibler Elektroporation) lösen eine Immunreaktion gegen manche Krebsarten aus.

Interleukin:

Interleukine beeinflussen die Bildung von T-Killerzellen und regulatorischen T-Zellen. Sie können in der Immuntherapie eingesetzt werden.

https://en.wikipedia.org/wiki/Cytokine  

Warum haben Krebspatienten ein schwaches Immunsystem, und wie funktioniert Immunotherapie?

Krebspatienten haben nahezu immer ein geschwächtes Immunsystem. Prof. Stehling erklärt, was zur Stärkung des Immunsystems beitragen kann. Neuartige immunotherapeutische Maßnahmen eröffnen eine neue Behandlungsmethode bei Krebs. In diesem Video erklärt er, wie PD1-Inhibitoren funktionieren, mit speziellem Fokus auf Prostatakrebs.

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