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Aus Prostata-Center wird Vitus Prostata Center

Bis vor kurzem waren wir in Deutschland als Prostata Center und in den USA als The Prostate Center San Diego bekannt. Um unsere Stellung als weltweites Kompetenzzentrum für die Behandlung von Prostatakrebs zu festigen, haben wir uns entschlossen, uns unter dem neuem Namen Vitus zu vereinigen – und weiter auf unseren gemeinsamen Erfahrungen und Erfolgen aufzubauen.

Elektroporation von Lymphknoten bei Prostatakrebs

Gezielte und schonende Entfernung von betroffenen Lymphknoten ohne Bestrahlung oder Operation

Das Lymphsystem1

Prostatakrebs breitet sich oftmals in die umliegenden Lymphknoten aus. Die Standardbehandlung dieser Lymphknotenmetastasen ist die operative Entfernung aller Lymphknoten im Beckenbereich. Das ist ein schwerer Eingriff. Zielgerichtete Strahlentherapien stellen eine mögliche Alternative dar, schränken aber auch die Optionen für nachfolgende Behandlungen erheblich ein. Diese sind im Fall einer Krebserkrankung, die sich bereits ausgebreitet hat, jedoch oftmals erforderlich. NanoKnife ermöglicht erstmals die hochpräzise und minimalinvasive Behandlung von Lymphknotenmetastasen ohne Bestrahlung oder Operation.

Was sind Lymphknoten und Lymphknotenmetastasen?

Lymphknoten sind bis zu einen Zentimeter große, bohnenförmige Organe, die miteinander verbunden sind und das sogenannte lymphatische System bilden. Sie sind auch ein Teil des Immunsystems. Im Lymphsystem wird anstelle von Blut Lymphflüssigkeit (genannte Lymphe) transportiert. Die Lymphknoten übernehmen in diesem System eine Filterfunktion.

Lymphknotenmetastasen sind die verstreuten Krebszellen in den Lymphknoten. Sie verursachen in der Regel keine Symptome. Gewöhnlich werden sie entweder durch moderne Bildgebungsverfahren entdeckt oder bei einer histologischen Untersuchung der Lymphknoten gefunden, wenn diese bei einer Opertion vorsorglich entfernt wurden.

Abbildung 1: Remodulation der Lymphgefäße, die die Metastasierung von Krebs vorantreibt.2

Fallbeispiel 1: Die Prostata selbst wurde noch nicht behandelt. Wann und wie sollten die (möglicherweise) betroffenen Lymphknoten behandelt oder entfernt werden?

Die radikale operative Entfernung der Lymphknoten, auch Lymphadenektomie genannt, ist immer noch eine Standardbehandlung bei Prostatakrebs. Sie wird meist im Rahmen der Prostataoperation (Prostatektomie) durchgeführt. Das bringt einen diagnostischen Mehrwert, denn es lassen sich so präzisere Informationen gewinnen als durch nichtinvasive Methoden wie MRT und PET. Allerdings ist umstritten, ob mit der Entfernung der Lymphknoten ein echter Überlebensvorteil verbunden ist. Den zusätzlich gewonnenen Informationen stehen zudem massive Nebenwirkungen gegenüber.

Der Gedanke hinter der radikalen Lymphadenektomie ist folgender: Wenn der Primärtumor und die infizierten Lymphknoten aus dem Körper entfernt werden, ist damit auch der Krebs komplett aus dem Körper entfernt und die Krankheit geheilt. Leider funktioniert die menschliche Biologie nicht so einfach. Bei jeder Krebserkrankung verteilen sich Krebszellen, deren Ausscheidungen und ihre Mikrovesikel im ganzen Körper. Bei jedem Prostatakarzinom zum Beispiel finden sich Krebszellen außerhalb der „Prostatakapsel“ (die äußere Schicht des Organs) und im Blut. Durch spezielle Tests (Liquid Biopsy) können sie entdeckt werden. So lässt sich auch die hohe Rezidivrate nach einer radikalen Prostatektomie von über 50 Prozent in manchen Fällen (abhängig vom Stadium der Erkrankung) erklären. Besonders bei der Diagnose Metastasen in den Lymphknoten ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass sich durch die Entfernung der Lymphknoten der Krebs heilen lässt.

Einige Fakten zu Lymphknotenmetastasen

Die Entfernung von Lymphknoten, insbesondere die vorbeugende Entfernung der Beckenlymphknoten (eLND – enhanced lymph node dissection) wird immer noch kontrovers diskutiert. Ist es trotz aller Nebenwirkungen immer noch besser, sie zu entfernen, als sie, wenn nötig, zielgerichtet zu behandeln? Hier sind einige Fakten:

1. Das Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen bei Prostatakrebs wirkt sich auf die Lebenserwartung aus. Bei Krebserkrankungen wird die Lebenserwartung typischerweise als Prozentsatz der Überlebenswahrscheinlichtkeit nach fünf, zehn und 15 Jahren berechnet, zum Beispiel: 15-Jahres-Überlebensrate. Das Vorhandensein von infizierten Lymphknoten ist ein sogenannter prädiktiver Faktor für die 15-Jahres-Überlebensrate.

2. Anzahl und Größe der infizierten Lymphknoten sind mit der 15-Jahres-Überlebensrate verbunden. Je mehr infiziert sind, desto schlechter ist die Prognose.

3. Die Entfernung der Lymphknotenmetastasen scheint sich positive auf die 15-Jahres-Überlebensrate auszuwirken. Die Annahme kann nur durch beweiskräftige randomisierte Studien eindeutig belegt werden. Leider gibt es diese nicht.

4. Es ist nicht hinreichend untersucht, welche der Methoden die Überlebensrate mehr beeinflussen: die prophylaktische Entfernung von Lymphknoten (eLND) oder eine zielgerichtete, systematische Entfernung der Lymphknoten, nur wenn sie sich in Aufnahmen (MRT oder PET) auffällig darstellen und eine gewisse Größe überschreiten.

5. Moderne Bildgebungsverfahren (PSMA/Cholin-PET mpMRT) eignen sich sehr gut, um Lymphknotenmetastasen einer bestimmten Größe (typischeweise ab einem Zentimeter) zu finden. Mikroskopisch kleine Metastasen können so nicht oder nur eingeschränkt entdeckt werden. Wie in Punkt 4 erklärt, gibt es noch keine ausreichenden Untersuchungen dazu, welche Auswirkungen es auf die 15-Jahres-Überlebensrate hat, wie groß die Lymphknoten sind, wenn sie entfernt oder behandelt werden.

6. Die prophylaktische Entfernung ersetzt nicht die regelmäßigen Follow-Up-Untersucherung mit bildgebenden Verfahren und Bestimmung der PSA-Werte. Erstens können nicht alle Beckenlymphknoten entfernt werden, denn sie sind während einer Operation schwer zu finden. Zweitens schließt die Entfernung einiger Lymphknoten keinesfalls die Möglichkeit aus, dass sich im Rest des Lymphsystems oder im Körper weitere Metastasen bilden.

Fallbeispiel 2: Der Prostatakrebs wurde bereits behandelt oder operiert, aber die PSA-Werte steigen wieder an. Die MRT oder PET zeigt betroffene Lymphknoten.

Die Frage, ob eine prophylaktische Entfernung der Lymphknoten (eLND) trotz aller Nebenwirkungen besser ist als die zielgerichtete Entfernung nach der Anwendung bildgebender Verfahren, stellt sich in vielen Fällen nicht mehr. Die Postata wurde bereits vollständig entfernt oder wurde behandelt, ohne dass Lymphknoten entfernt wurden.

Was wir als erstes brauchen, ist ein gutes bildgebendes Verfahren für den gesamten Körper. PSMA/Cholin-PET/CT oder Multiparameter-MRT sind die Methoden der Wahl in diesem Fall. Nachdem die Lymphknoten lokalisiert wurden, müssen sie behandelt werden. Ob und wann eine Antihormon-Therapie begonnen wird, ist davon unabhängig. Generell gilt, dass die (sichtbare) Tumormasse im Körper stets so nahe wie möglich bei null gehalten werden soll – mit möglichst schonenden Methoden.

Zielgerichete Fokaltherapie von Lymphknotenmetastasen bei Prostatakrebs – die schonende Alternative

Die fokale Behandlung von Metastasen in Lymphknoten mittels IRE (Irreversible Elektroporation), ECT (Elektrochemotherapie) und der Kombination beider namens IRECT, stellt eine wirksame und gleichzeitig schonende, bildgesteuerte Alternative zu Bestrahlung und Operation dar.

Zellmembran Zellmembran nach Elektroporation
Abbildung 2: Kurzzeitige Elektroporation der Zellen, sodass Moleküle wie Bleomycin durch die Zellmembran hindurch gelangen können.4

Die Behandlung muss nur einmal durchgeführt werden, ist innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen und in der Regel völlig schmerzfrei. Darüber hinaus entstehen keine Narben oder Strahlenschäden, die weitere Behandlungsverfahren einschränken würden. Aus diesem Grund möchten wir IRECT an dieser Stelle erklären.

Im Fall der Behandlung von Lymphknoten werden Operationen, anders als bei anderen Verfahren, in der Regel durch omputergesteuerte Systeme in einem CT durchgeführt.

Cascination CAS ONE Infratorot VR-Computer Guidance System 

 

Der erste wichtige Schritt: präzise Diagnostik

Abbildung 3: Diagnostizierte Lymphknotenmetastasen (grüne Pfeile), im MRT klar erkennbar.

Um eine Behandlung zu planen, ist eine präzise Diagnostik unbedingt erforderlich. Der oft praktizierte operative Ansatz „Aufmachen und schauen, was man sieht“ ist ebenso inaktzeptabel wie die „größflächige Bestrahlung, um alles zu erwischen“.

MRT (Magnetresonanztomographie) (link to MRI piece in this section) ist das wertvollste Werkzeug für die präzise Lokalisierung, Überwachung und Früherkennung von Metastasen in den Lymphknoten. Ein MRT ist aber auch die bei weitem komplexeste Maschine in der modernen Medizin. Daher gibt es nur wenige Experten, denen eine optimale Bildgebung mittels MRT gelingt.

Wir zählen zu den führenden Experten in der MRT-Bildgebung bei Prostatakarzinomen. Professor Stehling, unser Direktor, ist eine der führenden Persönlichkeiten in der Geschichte der Entstehung der MRT-Technologie. Er war als Forscher bei Siemens aktiv und hat gemeinsam mit Sir Peter Mansfield, der für seine Arbeit auf diesem Gebiet den Nobelpreis erhalten hat, geforscht.

In manchen Fällen bietet PET (Positronen-Emissions-Tomographie) zusätzliche Informationen über die Ausbreitung bösartiger Tumoren im Körper; bei Prostatakarzinomem besonders durch die PET-Tracer Cholin oder PSMA (prostataspezifische Membranantigene). Sprechen Sie mit unseren Experten.

Kontaktieren Sie uns, um einen Termin zu vereinbaren

Umfassende Beratung, Diagnostik und Behandlung von Lymphknotenmetastasen – alles unter einem Dach im Vitus Prostata Center in Offenbach

Das Behandlungskonzept bei metastasierendem Prostatakrebs sollte von Experten geplant und vor allem auch kontinuierlich und persönlich überwacht werden. Behandlungsverfahren für die Lymphknoten, Bestrahlung, Hormontherapie, aber auch Chemotherapie und neue Immuntherapien  werden während einer Behandlung häufig nicht koordiniert, oftmals sogar nicht einmal erklärt oder angeboten. In einem Krankenhaus erfolgt die Operation, in der nächsten Klinik die Bestrahlung und in einer weiteren die Hormontherapie. So muss es nicht sein. Wir kümmern uns um Sie und behandeln Sie nicht nur.

Wir empfehlen Ihnen, eine zweite Meinung einzuholen, bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden.

Kontaktieren Sie uns

Bild 6: Im Vitus Prostata Center Offenbach finden Sie die neuesten Bildgebungs- und Therapie-Technologien zur Behandlung von Prostatakrebs und Lymphknotenmetastasen unter einem Dach.

Quellen:

1. Brown, P. (2005). Unlocking the drains. Nature, 436(July), 456–458.

2. Stacker, S. a, Williams, S. P., Karnezis, T., Shayan, R., Fox, S. B., & Achen, M. G. (2014). Lymphangiogenesis and lymphatic vessel remodeling in cancer. Nature Reviews. Cancer, 14(3), 159–72. https://doi.org/10.1038/nrc3677

3. Zylka-Menhorn, Vera: “Karzinomchirurgie: Ist die Lymphadenektomie nicht mehr zeitgemäß?“ Dtsch Arztebl 2009; 106(26): A-1353 / B-1151 / C-1123

4. IGEA GmbH

Datta, Kaustubh, et al. “Mechanism of lymph node metastasis in prostate cancer.” Future oncology 6.5 (2010): 823-836.

Abdollah, Firas, et al. “More extensive pelvic lymph node dissection improves survival in patients with node-positive prostate cancer.” European urology 67.2 (2015): 212-219.

https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838(14)00779-9/abstract/reply-from-authors-re-christian-stief-mere-extension-of-the-field-of-resection-cannot-be-the-answer-to-surgery-for-metastatic-spread-we-need-individualized-approaches-based-on-modern-imaging-techniques-eur-urol-2015-67-220-1-does-extended-pelvic-lymph-node-dissection-really-improve-survival-in-prostate-cancer-patients-with-node-positive-disease-or-is-it-the-will-rogers-phenomenon-again