TOOKAD-Verfahren für Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom

Licht gegen Prostatakrebs: Die Photodynamische Therapie als schonende Option bei low grade Karzinomen

TOOKAD-Verfahren für Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom

Patienten mit einem low-risk Prostatakarzinom haben in Deutschland aktuell drei Therapieoptionen, die von den Krankenkassen übernommen werden: die chirurgische Entfernung der gesamten Prostata, die Bestrahlung des Karzinoms oder eine aktive Überwachung ohne therapeutische Eingriffe (Active Surveillance). Die ersten beiden Optionen sind mit starken Nebenwirkungen behaftet, während die letzte Option keine aktive Therapieoption ist. Jetzt gibt es eine vierte Option, den Krebs zu therapieren, die ein geringeres Nebenwirkungs-Profil aufweist: Die Tookad-Behandlung.

Wie funktioniert das Tookad-Verfahren?

Die Tookad-Behandlung ist eine fokale photodynamische Therapie, bei der ausschließlich die vom Krebs betroffene Seite der Prostata behandelt wird. Dazu verwendet man den fotosensitiven Wirkstoff Padeliporfin („Tookad“), der intravenös verabreicht wird. Im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffes werden dann Laserfasern in die Seite der Prostata eingebracht, die behandelt werden soll. Der Laser regt den fotosensitiven Wirkstoff an. Dadurch kommt es zur Gefäßzerstörung und einer verminderten Blutzufuhr; das Resultat ist das Absterben des betroffenen Gewebes und damit das Absterben des Tumors.

Möchten Sie mehr über das Tookard-Verfahren erfahren?
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Wer kann mit Tookad behandelt werden?

Patienten mit:

  • einem Prostatakarzinom, welches auf nur einer Seite der Prostata vorliegt (Klinisches Stadium T1 c oder T2a)
  • einem Prostatakarzinom, welches einen geringen Gleason-Score vorweist (Gleason ≤6)
  • einem PSA-Wert von10ng/ml oder niedriger
  • einem positiven Biopsiebefund von max. 3 Stanzzylindern > 5mm oder 1 oder 2 Stanzzylinder mit mehr als 50% Tumorbefall

Machen Sie den Test: Sind Sie geeignet für eine TOOKAD-Behandlung?

Die Vorteile der Photodynamischen Therapie im Überblick:

Vitus Icon Hospital

Kurzer Aufenthalt

Vitus Icon Nebenwirkungen

Geringe Nebenwirkungsrate

VITUS Icon Kontinenz

Exzellente Kontinenzrate

VITUS Icon Wahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit für ein „radikales" Vorgehen im späteren Verlauf sinkt

VITUS Icon Emotion

Weniger psychisch-emotionale Belastung

So ist der Ablauf der Behandlung:

 

  1. In unserem Center werden Sie von unseren Ärzten über die Photodynamische Therapie (TOOKAD-Behandlung) und auch über andere Behandlungsmethoden aufgeklärt.
  2. Mittels einem MRT der Prostata können wir die genaue Lage des Tumors ermitteln und die medizinische Indikation für eine TOOKAD-Behandlung sicherstellen
  3. Einen Tag vor der Behandlung werden Sie ausführlich untersucht und aufgeklärt. Sie bleiben ab Mitternacht nüchtern.
  4. Am Tag des Eingriffes findet ein minimal-invasiver Eingriff unter stationären Bedingungen und in Vollnarkose statt
  5. Postoperativer stationärer Aufenthalt: 2 Tage. Dabei ist auf eine vermehrte Lichtempfindlichkeit zu achten.
  6. Zwei Tage nach dem Eingriff werden Sie entlassen.
  7. Es finden MRT- und PSA-Wert Kontrollen 3, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff statt.

Hintergrund und Studienlage

Seit November 2018 besitzt TOOKAD die Marktzulassung durch die Europäische Kommission zur Behandlung des einseitig niedrig-risiko Adenokarzinom der Prostata.

Eine Phase-3 Studie (Azzouzi et al.) legte hierfür den Grundstein. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass für dieses Patientenkollektiv eine exzellente Wirksamkeit hinsichtlich des Tumorprogresses im Vergleich zu Patienten, die unter Aktiver Überwachung (Kontrollgruppe) standen, erzielt werden konnte. Im Verlauf mussten sich deutlich weniger Patienten einer radikalen Therapie unterziehen. Die Komplikationsraten während und nach dem Eingriff waren sehr gering. Insbesondere zeigten sich sehr gute Kontinenzraten (>94%).