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Wie Strom gezielt und effizient Prostatakrebs töten kann

Prostatakrebs ist mit 25% die häufigste Krebsart von Männern. Die Behandlung ist meist langwierig und mit signifikanten Nebenwirkungen verbunden. Eine neue retrospektive Studie zeigt: Mittels Irreversibler Elektroporation (IRE) ist es nun möglich, den Krebs effizient, gezielt und mit weniger Nebenwirkungen zu behandeln.

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland knapp 60.000 Neuerkrankungen von Prostatakrebs diagnostiziert. Die Standardbehandlung umfasst die chirurgische Entfernung (radikale Prostatektomie = RPE) oder Bestrahlung der Prostata. Sie geht in den meisten Fällen mit starken Nebenwirkungen einher, darunter Impotenz und Inkontinenz, und häufig ist eine Rehabilitation nach der Behandlung erforderlich.

Fokale Therapie als Alternative

In einem neu veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel wurde die Prostatakrebs-Behandlung von 429 Männern mittels Irreversibler Elektroporation (IRE), einer fokalen und minimal-invasiven Therapie, ausgewertet und präsentiert. Das Ergebnis: Die IRE der Prostata ist sicher, schnell und lässt sich mit deutlich weniger Nebenwirkungen abschließen als etablierte Behandlungen.

Der “im internationalen Journal PlosOne publizierte Artikel“wertete die Daten von 429 Patienten aus, die alle Stadien von Prostatakrebs repräsentierten. Die Effektivität der Behandlung war dadurch nicht beeinträchtigt.

Die IRE-Therapie ist genauso effizient wie den Krebs wegzuschneiden

In Vergleich zur radikalen Prostatektomie, der operativen Entfernung der Prostata, zeigte die IRE im zeitlichen Verlauf von bis zu 6 Jahren ähnliche Rezidivraten (Rezidiv = das Wiederauftreten von Krebs). Dieses Ergebnis weist auf eine ähnliche Wirksamkeit beider Therapien hin. Jedoch konnten die Daten gleichzeitig auch ein viel geringeres Toxizitätsprofil von IRE aufweisen. So lag die Impotenzrate bei ca. 10% während keiner (0%) der Patienten inkontinent wurde. Zum Vergleich: die Rate von Impotenz nach radikaler operativer Entfernung beträgt ca. 80% und die Inkontinenzrate ca. 10% (vergl. New England Journal of Medicine 2013).

Diese positiven Ergebnisse sind nach Aussage der Autoren nicht nur auf die Effektivität der Behandlung zurückzuführen, sondern insbesondere auch auch auf die langjährige Erfahrung der Behandelnden. „In den vergangenen Jahren haben wir die Prostatakrebs-Therapie mittels IRE verfeinert“, erklärt Prof. Dr. Michael Stehling, Leiter des VITUS Prostata Centers und Principal Investigator dieser retrospektiven Studie. Im VITUS Prostata Center wurden mittlerweile über 900 Patienten behandelt, was das Center nicht nur zum Vorreiter, sondern auch zur Klinik mit den weltweit am meisten durchgeführten IRE-Behandlungen der Prostata macht.

Prof. Stehling sieht neuartige, personalisierte Therapien als die Zukunft an. „Das Ziel ist es, jeden Patienten individuell zu betrachten und die Therapie auf ihn abzustimmen. Innovative Krebstherapien zu fördern und voranzutreiben, sieht das VITUS Prostata Center als eine ihrer vordringlichsten Aufgaben an, um effizientere und besser verträgliche Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene zu entwickeln.“

Hintergrundinformation Irreversible Elektroporation

Die IRE ist eine fokale Therapie, die minimal-invasiv durchgeführt wird. In der IRE werden bildgesteuert feine Nadeln durch die Haut um die Prostata herum platziert. Die Nadeln werden dann mit dem dafür entwickelten Gerät, dem NanoKnife, verbunden. Dieses gibt hochfrequente Hochspannungs-Pulse ab. Die gesamte Behandlung dauert ca. 90 Minuten. Bereits nach einem Tag kann der Patient entlassen werden. Eine Rehabilitation ist nicht notwendig.

Weitere Informationen für Krebspatienten und Interessierte

Wer sich detailliert über die Themen Früherkennung, Behandlung und Nachsorge von Prostatakrebs informieren möchte, erhält kostenlose Informationsmaterialien unter www.vitusprostate.com

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der veröffentlichten Daten. (englisch)